Gesundheitswarnung

Es wurde beobachtet, dass der Einsatz unverschnittenen, strikten Scrums schon nach kurzem Kontakt bei den Beteiligten zu ernsthaften Veränderungen der mentalen Haltung führen kann. So ist z.B. aufgefallen, dass es — obwohl Scrum ausdrücklich damit beworben wird, Arbeitszeiten kalkulierbar und im vereinbarten Rahmen zu halten — in Projekten, die in einer mit Scrum kontaminierten Umgebung durchgeführt wurden, insbesondere bei nahendem Feierabend zu erheblichen Orientierungsstörungen in dem durch Scrum eröffneten Gestaltungsraum kam, wobei es in der Folge zu einem Hang zum permanenten Verbleib in diesem Raum kam.

Dies kann dazu führen, die Neigung, das Projekt für längere Zeit — z.B. über Nacht — zu verlassen, stark absinkt. Eine intensive und effektive Kollaboration, sowie die effiziente Kommunikation zwischen und mit den Teamkollegen, sowie eine hohe Produktivität des Teams durch effektive Planung und Selbstorganisation führte dabei fallweise sogar zur spontanen Befreiung des großen Teamgeistes — im Folgenden „Erreger“ genannt — der, hat er erst einmal die Flasche verlassen, schnell Besitz von Körper und Geist der an den jeweiligen Scrum-Projekten beteiligten Personen übernehmen konnte.

Folgende Symptome wurden beobachtet:
  • Ungerechtfertigte gute Laune, sowohl vereinzelt, als auch im gesamten Team
  • Hohe, durch nichts zu erklärende Produktivität und Auslastung
  • Uneingeschränkte Bereitschaft zu produktiver Zusammenarbeit aller Betroffenen
  • Zusammenbruch jeglichen Konkurrenzverhaltens innerhalb der befallenen Teams
  • Steigerung des Leistungswillens bei gleichzeitiger Intoleranz gegenüber Leerlaufzeiten
  • Spontanes Kollaborationsverhalten innerhalb der Teams, z.T. sogar in Notfallsituationen
  • Gesteigerte Neigung zum Effektivismus, im Volksmund „Effizienz in voller Breite“ genannt
  • Gemeinschaftliche Bewältigung von Aufgaben, bei abnehmender Separationsneigung
  • Wiederholt rechtzeitiges und vollständiges Fertigstellen vereinbarter Anforderungen
  • Ungehemmte Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme
  • Unverhohlene zur Schau gestellte Motivation und Begeisterung
  • Depressionsverhalten nach Projektende, auch bei erfolgreichen Projekten!
  • Vehementes Verlangen neuer Projekte in gleichem Kontext (Methode, Team)
  • Verweigerung von Anweisungen, die Scrum-Prinzipien oder -Werte korrumpieren oder Leitsätze des agilen Manifests, bzw. der 12 Prinzipen verletzen
Potenzielle Langzeitfolgen:
  • Verweigerung der Erfüllung nicht das aktuelle Projekt betreffender Zusatzaufgaben im Sprint
  • Widerstand gegenüber Abzug aus dem Projekt
  • Abneigung gegenüber der Durchführung nicht-agiler Projekte
Warnhinweis:

In schweren Fällen kann es zu suchtähnlichem Verhalten in Form zwangsagiler Projekt- und Teamarbeit kommen, die sich während eines Einsatzes in nicht-agilen, bzw. nicht-Scrum-geprägten Arbeitsumgebungen als galoppierende Leistungsverweigerung manifestieren kann.

Der Erreger wird insbesondere durch den Kontakt mit unverschnittenem, möglichst striktem Scrum übertragen. Die betroffenen Teams sind daher — obwohl sie den Eindruck erheblicher Kontakt- und Informationsaustauschsbegeisterung zeigen — in strenger Quarantäne zu halten, um den unkontrollierten Übersprung des Erregers auf nicht-agile, noch nicht befallene Teams zu unterbinden.

Wann immer Sie die o.g. Symptome vollständig oder teilweise an sich feststellen und den Verdacht haben, von dem Erreger konfisziert geworden zu sein, legen Sie sich bitte schnellstmöglich flach auf den Boden, spreizen Sie Arme und Beine weit ab und warten Sie, bis Hilfe hinzueilt oder der Anfall vorüber ist. Dann begeben Sie sich auf dem schnellsten Weg zu einem beliebigen Vorgesetzten, der Ihnen die notwendigen Anweisungen erteilen wird. Sollten auf dem Weg erneut Symptome auftreten, verfahren sie wie oben.

Zu den Risiken und Nebenwirkungen sollten Sie weder Ihren Arzt, noch Ihren Apotheker befragen. Auskünfte erhalten Sie im Notfall von erfahrenen Scrum-Mastern oder -Coaches Ihres besonderen Vertrauens. Bitten Sie um die Vermittlung zu auf Opfer des Scrum-Erregers spezialisierten Selbsthilfegruppen, die häufig von agil geprägten Softwareentwicklungsunternehmen initiiert und getragen werden.

Therapie:

Die Scrum-Sucht ist nach Kontakt mit dem Erreger schon nach sehr kurzer Inkubationszeit nahezu nicht mehr therapierbar, da sich der Gesundheitszustand des Erkrankten sehr schnell derart verschlechtert, dass sich bei dem Befallenen in jeder nicht-agilen Projektumgebung schwere Kodierungsdepressionenen zeigen, die sich sogar zur klassischen Projektbeteiligungsverweigerung dramatisieren können. Im Gegenzug kann jedoch der Einsatz Befallener in agilen Scrum-Projekten in nahezu jedem Stadium der Erkrankung zu einer erheblichen und nahezu dauerhaft aufrecht erhaltbaren Leistungserhöhung des Projektes führen.

Die besten Ergebnisse wurden dann erreicht, wenn jeweils die insgesamt von Erreger befallen Teams gemeinsam in eine Dauertherapie unter Leitung erfahrener Scrum-Master oder –Coaches verbracht wurden, wo sie den durch den Erreger stimulierten Leistungstrieb in ungebremster Kollaboration mit den anderen Befallenen zum Vorteil des jeweiligen Unternehmens und Auftraggebers ausleben konnten.

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